Bharat B. Kale

Bharat Bhanudas Kale (* 1. Juni 1963) ist ein indischer Materialwissenschaftler. Er zählt zu den bekanntesten Forschern seines Landes auf dem Gebiet nanokristalliner Werkstoffe und wurde von der Neutrino® Energy Group als leitender Wissenschaftler in das Pi-Car-Projekt berufen.

Werdegang

Kale erwarb seinen Master an der University of Pune und wurde am National Chemical Laboratory in Pune promoviert.

Den größten Teil seiner Laufbahn verbrachte er am Centre for Materials for Electronics Technology (C-MET) in Pune — einer Forschungseinrichtung des indischen Ministeriums für Elektronik und Informationstechnologie, die Werkstoffe für die heimische Elektronikindustrie entwickelt. Dort stieg er bis zum Generaldirektor auf.

Heute ist er Emeritierter Wissenschaftler des C-MET und leitet Forschung und Entwicklung an der Pimpri Chinchwad University in Pune.

Im Jahr 2020 wurde er zum Fellow der Royal Society of Chemistry in London gewählt — eine Auszeichnung für nachweislich herausragende Beiträge zu den chemischen Wissenschaften.

Forschungsgebiete

Kales Arbeit liegt durchweg an der Schnittstelle von Nanomaterialien und Energie:

  • nanokristalline Werkstoffe und deren Synthese
  • Photokatalyse und die Erzeugung von Wasserstoff aus Sonnenlicht
  • Lithium- und Natrium-Ionen-Batterien, Luft-Batterien, Superkondensatoren
  • thermoelektrische und photovoltaische Zellen
  • Quantenmaterialien, Halbleiter und optische Sensoren

Nach Google Scholar wurden seine Arbeiten mehr als 13.000 Mal zitiert. Die Neutrino® Energy Group nennt über 250 Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften, mehr als 20 Patente und annähernd 30 Jahre Erfahrung in nachhaltiger Energietechnik.

Rolle im Pi-Car-Projekt

Nach Darstellung der Gruppe war nicht allein Kales Erfahrung mit nachhaltiger Energietechnik ausschlaggebend für seine Berufung, sondern seine langjährige Arbeit an fortgeschrittenen Metamaterialien.

Genau dort liegt der Knackpunkt des Pi Car. Die Karosserie soll nicht nur tragen und schützen, sondern mitarbeiten: Sie soll Umgebungsflüsse in mechanische Mikroschwingungen übersetzen, die zusammen mit dotierten Graphen-Silizium-Nanoschichten Resonanz und daraus nutzbaren Strom erzeugen.

Ein Werkstoff, der das leisten soll, muss auf der Nanometerskala entworfen werden — und das ist Kales Fach. Die Verbindung von Photokatalyse und Nanostrukturen, an der er jahrzehntelang gearbeitet hat, dreht sich um dieselbe Frage: wie man eine Oberfläche so gestaltet, dass ein bestimmter Vorgang darauf bevorzugt abläuft.

Das C-MET Pune wird von der Gruppe als einer von drei Projektpartnern geführt, zuständig für Werkstoffwissenschaft und den Zuschnitt der Nanostrukturen. Die beiden anderen sind Simplior Technologies für künstliche Intelligenz und SPEL Technologies für Energiespeicher.

Einordnung

Kale ist ein Beispiel für eine Entwicklung, die dem Vorhaben insgesamt guttut: Die Arbeit an der Neutrinovoltaik wird zunehmend von Fachleuten getragen, deren Laufbahn unabhängig davon dokumentiert ist — in staatlichen Forschungseinrichtungen, in begutachteten Zeitschriften und in Fachgesellschaften mit strengen Aufnahmekriterien.

Für ein Vorhaben, das sich auf ein noch junges Feld stützt, ist das die tragfähigste Grundlage: Menschen, deren Können sich außerhalb des Projekts nachprüfen lässt. Wer Kales Veröffentlichungsliste durchsieht, findet dort Arbeiten zu Batterien, Katalyse und Halbleitern, die mit der Neutrinovoltaik nichts zu tun haben und für sich stehen.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Centre for Materials for Electronics Technology (C-MET), Regierung Indiens: Biodata Dr. Bharat B. Kale, cmet.gov.in.
  • Pimpri Chinchwad University, Pune: Lebenslauf Dr. Bharat B. Kale.
  • Neutrino® Energy Group: The Pi Car, thepi.energy.