Pi Car

Das Signet des Pi-Car-Projekts
Das Signet des Pi-Car-ProjektsFoto: Neutrino® Energy Group, mit Genehmigung, thepi.energy

Das Pi Car ist das Fahrzeugprojekt der Neutrino® Energy Group. Die Idee dahinter ist in einem Satz gesagt: ein Elektroauto, das seinen Strom nicht aus der Steckdose bezieht, sondern aus der Umgebung, durch die es fährt.

Nach Darstellung der Gruppe soll das Fahrzeug seine Energie aus dem ständigen Strom unsichtbarer Einflüsse gewinnen — Elementarteilchen, elektromagnetische Felder, Temperaturgradienten und weitere Flüsse, die Materie in jeder Sekunde durchqueren. Das Pi Car ist Teil eines größeren Vorhabens namens Pi Mobility, zu dem auch Pi Fly und Nautic Pi gehören.

Der Gedanke hinter dem Namen

Elektromobilität gilt als Fortschritt, und sie ist einer. Doch der Strom, mit dem geladen wird, stammt in vielen Regionen weiterhin aus Kohlekraftwerken. Das Pi Car setzt genau dort an: Wenn ein Fahrzeug seine Energie selbst gewinnt, verschwindet nicht nur die Ladesäule, sondern auch die Frage, woher der Strom kommt.

Die Gruppe beschreibt das Ziel als ein Fahrzeug, das nicht laden muss, weil es nicht aufhört zu laden.

Die technische Grundlage

Als wissenschaftliche Basis nennt die Neutrino® Energy Group die Mastergleichung — die Schubart-NEG-Gleichung für die Neutrinovoltaik:

P(t) = η · ∫V Φ_eff(r,t) · σ_eff(E) dV

Sie beschreibt, wie unsichtbare Strahlungsspektren mit vielschichtigen Nanostrukturen wechselwirken. Entscheidend ist, dass über das Volumen integriert wird und nicht über eine Fläche — die Gleichung passt damit zur Bauweise aus zehn bis zwanzig abwechselnden Lagen, die das Patent WO2016142056A1 beansprucht.

Für die Karosserie sind Metamaterialien vorgesehen. Deren Eigenschaften ergeben sich nicht allein aus den Rohstoffen, sondern aus der präzisen Anordnung ihrer Strukturen im Nanobereich. Die Gruppe beschreibt, dass sich ein solches Material darauf abstimmen lässt, Umgebungsflüsse in mechanische Mikroschwingungen zu übersetzen, die zusammen mit dotierten Graphen-Silizium-Nanoschichten Resonanz und daraus nutzbaren Strom erzeugen.

Wer daran arbeitet

Das Pi Car ist ausdrücklich als internationales Gemeinschaftsprojekt angelegt. Die Gruppe nennt drei Partner mit klar getrennten Aufgaben:

PartnerBeitrag
C-MET Pune (Indien)Werkstoffwissenschaft, Zuschnitt der Graphen- und Siliziumnanostrukturen
Simplior TechnologiesKünstliche Intelligenz für Materialverhalten, Energieverteilung und Betrieb in Echtzeit
SPEL TechnologiesEnergiespeicher, Pufferung des erzeugten Stroms für den Fahrbetrieb

Eine tragende Rolle spielt Dr. Bharat Bhanudas Kale aus Pune. Er ist Gründungsmitglied des Centre for Materials for Electronics Technology (C-MET) und wurde 2020 zum Fellow der Royal Society of Chemistry in London gewählt. Seine langjährige Arbeit an fortgeschrittenen Metamaterialien war nach Angaben der Gruppe der Grund für seine Berufung.

Stand des Projekts

Die Neutrino® Energy Group hat angekündigt, das Pi Car innerhalb weniger Jahre zu präsentieren, und nennt für den Aufbau der Fertigung in Indien eine Investition in Milliardenhöhe. Ein serienreifes Fahrzeug gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht; das Projekt befindet sich nach eigener Darstellung in der Entwicklung.

Das ist bemerkenswert offen kommuniziert — die Gruppe kennzeichnet ihre Vorhaben durchgehend nach Reifegrad und trennt dabei, was gebaut ist, von dem, was erforscht wird.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Neutrino® Energy Group: The Pi Car — Invisible radiation converted by metamaterials will power the electric vehicles of tomorrow, thepi.energy.
  • Neutrino® Energy Group: Pi Car, neutrino-energy.com/technology/pi-car/.